Automaten

Mares Abyss

Mein allererster Automat und der dritte Tauchgegenstand, den ich mir zulegte (nach dem Tropen-Shorty und dem Camaro Semi Dry. Klassische Überlegung war wie bei jedem Anfänger natürlich: welchen Automat sollte ich nehmen? Wen sollte man fragen? Also recherchierte ich im Internet, fragte alle Taucher die ich kannte und überlegte mir, was mein Haupteinsatzgebiet werden sollte. Nachdem klar war, dass ich einen Kaltwasserautomaten brauchte, kristallisierten sich vier Empfehlungen als Favouriten heraus:

Mares AbyssWarum habe ich mich für den Mares Abyss entschieden? Der Scubapro fiel raus, weil er der einzige Automnat war, über den ich genausoviel Schlechtes wie Gutes gehört hatte. Letztlich gab den Ausschlag, dass fast alle meine Ausbilder den Abyss benutzten und sehr zufrieden waren.
Ich glaube, das die für die meisten Leute ein Grund ist, sich einen bestimmten Automaten zuzulegen. Da gerade bei kommerziellen Tauchschulen sicherlich die Automaten verwendet werden, die auch im Geschäft angeboten werden, kann man nur hoffen, dass es sich (wie in diesem Fall) um anständige Automaten handelt.

1.Eindruck

Mares MR 22 Der Abyss ist ein Italiener und das sieht man ihm auch sofort an! Erste wie auch zweite Stufe haben ein schönes Design und auch die Konsole mit Finimeter und Tiefenmesser sieht gut aus. Wichtig hierbei ist natürlich die Ablesbarkeit der Instrumente, die grundsätzlich sehr gut ist.

Besonders die erste Stufe (MR22) erweckt einen massiven Eindruck, der durch das Gewicht (knapp 1200g) noch einmal verstärkt wird. Ein zierliches Leichtgewicht sind weder erste noch zweite Stufe. An der ersten (nicht drehbaren) membrangesteuerten Stufe findet man 2 Hochdruck- und 4 Mitteldruckabgänge (Mitteldruck konstant 9,8 bis 10,2 bar), also ausreichend für praktisch alle Bedürfnisse. Einer der Mitteldruckabgänge ist ein 1/2 Zoll (statt 3/8) für die Hauptzweitstufe, was die Luftlieferleistung erhöhen soll. Der Automat ist kaltwassertauglich nach CE 0426

Mares Abyss bei der Revision

Als Zusatz gibt es noch ein Eis-Kit, aber da der Abyss inb Bezug auf Vereisungssicherheit auch so sehr gute Noten hat, sparte ich mir den (in meiner Meinung) teuren Schmutzabweiser. Der Abyss kann durch den Austausch der Dichtungen und anderer entsprechenden Teile Nitrox-fähig gemacht werden. Dabei ist zu beachten, dass in Deutschland auch ein Automat der nitroxfähig gemacht wurde, nicht mittels eines im gut sortierten Fachhandel erhältlichen Adapter an eine Flasche mit Nitrox angeschlossen werden darf, außer sie hat das entsprechende Sauerstoffgewinde.

Der Praxistest

Schon an der Oberfläche fällt auf, wie einfach das Atmen geht. Verblüffenderweise ändert sich das auch in der Tiefe nicht. Egal auf welcher Tiefe, der Abyss liefert ohne Probleme genügend Luft. Eventuell könnte man sogar bemängeln, dass er das Atmen etwas zu einfach macht. Ich zumindest habe mit dem Abyss einen höheren Lugtverbrauch als z.B. dem CTX100. Im Zweifelsfall bin ich natürlich über etwas mehr Luft etwas leichter nicht unglücklich!

Mares Abyss im EinsatzDie bekannte Zuverlässigkeit des Abyss kann auch ich bestätigen. Auch bei hoher Luftlieferleistung (hohes AMV wg. Anstrengung in größerer Tiefe) steckte er ohne Probleme weg. Vereiser hatte ich mit diesem Automat keine. Allerdings neigt er dazu (gerade an der Oberfläche oder beim Sprung ins Wasser (wenn er nicht im Mund ist) abzublasen.

Etwas unangenehm ist das kleine Mundstück des Abyss, aber das lässt sich ja schnell und billig ändern. Gewöhnungsbedürftig ist auch der Mitteldruckschlauch der erste und zweite Stufe verbindet. Durch seine Dicke ist er etwas steifer und neigt dazu den Kopf etwas nach rechts zu ziehen. Auch bei Wechselatmung ist die Steifheit des Schlauches nicht gerade förderlich - stellt aber auch kein riesiges Problem dar.

Insgesammt kann man sagen, dass der Mares Abyss ein wirklicher Spitzenautomat ist. Die neue Version habe ich noch nicht ausprobiert, denke aber, dass sich nicht viel geändert hat. Er erscheint mir insgesamt etwas kleiner zu sein, was ja nicht unbedingt ein Nachteil wäre!

copyright Andreas Nowotny 2003

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