Automaten

Spiro Arctic

Spiro Arctic

Wer hauptsächlich in unseren Gewässern taucht und auch mal etwas tiefer als 10m geht, kommt um einen kompletten Zweitautomaten an einem getrennt absperrbaren Flaschenventil nicht herum. Ich beschloss also recht bald, mir einen Kaltwasser-Zweitautomaten zuzulegen. Aber woher nehmen und nicht stehlen? Ein zweiter Abyss wäre natürlich super gewesen, aber war vom Preis her leider außerhalb meines Budgets.

Ich freute mich daher riesig, als mir ein Bekannter erzählte, ein Freund von ihm würde einen frisch revisionierten Spiro Arctic für DM 125,- (€ 63,-) verkaufen. Zwei Tage später bekam ich meinen Zweitautomat.

1.Eindruck

Der Spiro Arctic wirkt, besonders im Vergleich zum Abyss, erst einmal etwas klobig. Besonders die zweite Stufe ist ein riesiges Stück überwiegend weißes Plastik. Man könnte von der Farbe und Struktur her (und auf Grund des Namens) an eine überdimensionierte Schneeflocke denken.

Spiro Arctic

Die membrangesteuerte (nicht drehbare) erste Stufe hat zwei Hoch- und 4 Mitteldruckabgänge, also ausreichend für normale Bestückung. Optisch hervorstechend ist das große Gummihandrad. Von allen Automaten mit denen ich bisher getaucht bin, ließ sich keiner so einfach an die Flasche schrauben wie der Spiro Arctic.

Der Praxistest

Also gleich angeschraubt und ab ins Wasser. Zum ausführlichen Testen hatte ich mir einige Ilsesee-TG vorgenommen, anschließend den Starnberger See. Allerdings zeigte sich recht schnell, dass etwas mit dem Automaten einfach nicht stimmte! Er war extrem schwergängig eingestellt, der Automat zog Wasser und die Luft schmeckte seltsam.

Arctic 2.Stufe

Bei der Überprüfung des Mitteldrucks stellte sich heraus, dass dieser zu gering eingestellt war. Ich schraubte zusammen mit einem Freund den Automaten auseinander und stellte zu meinem Entsetzen fest, dass die normalerweise mit Öl gefüllte Kammer zu 2/3 mit Wasser gefüllt war. In der zweiten Stufe fanden sich Grafitspuren, außerdem war ein Riss in der Membran. Also entweder nicht revisioniert oder sehr schlampig. Auf Rückfrage kam heraus, dass der Erstbesitzer die Revision von einem Bastlerfreund hat machen lassen. Was lerne ich daraus:
Beim Kauf eines gebrauchten Automaten

Spiro Arctic

Nachdem der Automat runderneuert und vernünftig eingestellt war, wurde er ausgiebig getestet. Diesmal gab es keine Probleme. Der Atemkomfort ist nicht ganz so gut wie beim Abyss, aber das ist auch kaum zu erreichen. Aber auch in Tiefen > 30m liefert der Spiro Arctic zuverlässig Luft ohne zu Mucken. Gerade beim Zweitautomat ist es wirklich wichtig, dass es sich um ein Gerät handelt, das zuverlässig seinen Dienst tut und kaltwasserfest ist.

Sollte es ein Problem mit dem Erstautomat geben, so dass man auf den Zweitautomat umsteigen muss, ist einem nicht mit einem Billigteil gedient, das der entsprechenden Situation nicht gewachsen ist. Wenn man sich ein wenig bei Spiro Arctic Besitzern umhört, wird man feststellen, dass sie überwiegend sehr zufrieden mit ihrem Automat sind. Auch ich hatte keinen Grund zur Klage.

Inzwischen verwende ich den Spiro Arctic im Freiwasser selber kaum noch, da ich mit der Kombination Apex CTX 100 / Mares Abyss tauche, aber ich habe ihn immer bei Ausfahrten dabei. Falls jemand keinen Zweitautomat hat, kann ich mit gutem Gewissen diesen Automat verleihen.

copyright Andreas Nowotny 2003

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