Computer: Suunto Vyper

¤ Der 1. Eindruck - 3 Modi ¤ Praxistest - Rechenmodell - Aufstiegsgeschwindigkeit - Microbläschen ¤ Software ¤

Der erste Eindruck:

Die TG-Darstellung im DiveManager

Der Vyper besticht schon beim Auspacken durch 3 Dinge: Form & Größe sind sehr angenehm, er wirkt überhaupt nicht klobig, außerdem ist ein massives Armband dran, das auch für Kombinationen mit dickem Unterarm, Unterzieher und Trocki ausreichen sollte. Beim Einschalten fällt dann auch noch das Display angenehm auf, der verfügbare Raum wird gut ausgenutzt und die Anzeige ist groß und gut zu lesen.

Die drei Gesichter des Vyper:

Der Vyper ist eigentlich 3 Computer in einem:

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Wie sieht jetzt der Praxistest aus?

Im Prinzip gibt es dabei wenig zu sagen. Er macht genau das, was ich von einem Tauchcomputer erwarte und das sehr gut. Die Bedienung ist logisch und leicht zu erlernen, die Info unter Wasser ist klar und übersichtlich. Ich hatte auch keine Probleme mit den Knöpfen, trotz 5mm Handschuhe.

Rechenmodell:

Das Tauchprofil des Dive-Managers

Wenn man andere Tauchcomputer gewohnt ist, wird man von der Dekoanzeige am Anfang etwas verwirrt sein, da das Rechenmodell (RGBM) des Vyper nicht mit Dekostufen arbeitet, sondern eine graduelle Dekomprimierung während des Aufstiegs berechnet. Man muß sich etwas mit dem Rechenmodell auseinander setzen und am Simulator vielleicht einmal einige Dekotauchgänge durchspielen, damit man UW nicht plötzlich planlos dasteht. Das Rechenmodell gilt auch als ziemlich konservativ, was ja nicht unbedingt negativ ist. In der Druckkammer war mein Vyper allerdings beleidigt, weil ich, seiner Meinung nach, ca. 23 min (!) Deko übersprungen habe.

In der Realität zeigte er sich bisher allerdings bei normalen TG nicht viel anders als die Compis meiner Buddies. Sobald man allerdingsumfangreichere TG macht wird die Differenz ziemlich offensichtlich. So hatte mein Buddy und ich (beide Vyper) bei einem TG 45min Deko, gegenüber ausgerechneter Deko von 30min und der Aladin Deko, die den dritten Mittaucher schon nach 25(!) Minuten frei gab.

Aufstiegsgeschwindigkeit:

Da das RGBM Rechenmodell nicht nur die Stickstoffsättigung, sondern auch Sauerstoffsättigung und die Bildung von Microbläschen mitberücksichtigt, dachte ich zuerst, dass generell ein möglichst langsamer Aufstieg die geringsten Dekozeiten bewirkt. In der Simulation, aber auch in der Praxis zeigte sich, dass dem nicht so ist, im Gegenteil. Bei tieferen TG empfiehlt es sich mit der

Das Display des Vyper während des Tauchgangs
maximalen Geschwindigkeit von 10m/min auf 12m aufzutauchen und dann erst stark das Tempo zu bremsen, bis hin zu einem extrem langsamen Aufstieg von 3m an die Oberfläche. In diesem Fall hat man insgesamt weniger Deko, als wenn man schon im tieferen Bereich langsamer beginnt. Tiefenstops a la R.Pyle werden nicht nur nicht berücksichtigt, sondern mit zusätzlicher Deko "bestraft" - man kann aber im Profilgrafen sehr schön sehen, wie sich gerade die langsamen Gewebe bei diesen Stops noch aufsättigen. Ich habe mich jedoch noch zu wenig mit der Theorie der Tiefenstops beschäftigt, um dazu klarere Angaben zu machen.

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Microbläschen:

Für den durchschnittlichen Nullzeit-Sporttaucher sind diese Überlegungen sowieso nicht relevant. Hier sei jedoch hervorgehoben, dass der Vyper nicht nur die Stickstoffsättigung, sondern eben auch die Bildung von Microbläschen mitberücksichtigt, was sich in insgesamt längere Entsättigungsphasen übersetzt. Ich denke (habe es aber noch nicht selber ausprobiert), dass z.B. bei einem No-Limit Tauchurlaub nach einiger Zeit die Nullzeiten merklich kürzer werden. Dies wurde dem Vyper schon öfters vorgeworfen (er sei zu konservativ), allerdings rechnet er halt mit einem sehr modernen Modell und wir müssen immer selbst entscheiden, wieviel uns Sicherheit wert ist. Permanent am Limit von Tabellen oder Computer zu tauchen, ist sicherlich keine gute Idee, wird aber - oft aus Unwissenheit (solange der Computer ok ist kann mir gar nichts passieren) - oft praktiziert. Gerade deshalb bin ich auch der Meinung, dass man sich mit diesem Computer und seinem Rechenmodell erst einmal auseinander setzen sollte, ehe man mit ihm ins Wasser geht.

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Die Software:

Schön ist auch, dass man an alle Einstellungen und Daten auch ohne PC herankommt - das ist auch nötig, da das Auslesegerät den stolzen Preis von

Die Darstellung der Gewebesättigung
€ 100,- hat! Mit diesem Teil kann man allerdings dann sehr schöne Tauchprofile ausdrucken, aber ob das den Preis rechtfertigt? Vor allem, da das Logbuch kostenlos im Internet bei Suunto erhältlich ist. Mit ein bißchen Übung kann man das Profil auch von Hand eingeben, dann hat man das Profil auch. Das Logbuchprogram von Suunto, der Dive Manager, ist wirklich gut gelungen (trotz einiger Schönheitsfehler). Die Arbeit damit ist leicht, intuitiv erlernbar und die Ausdruckmöglichkeiten sind auch gut eingebaut. Mit dabei ist auch ein Simulator, bei dem man von Hand die Profile eingibt und dann sieht, was der Vyper bei so einem TG für eine Reaktion zeigen würde. Man soll damit keine TG planen, aber um den Computer etwas besser zu verstehen ist der Simulator sehr gut.

Abschließende Bemerkung:

Ein wirklich fantastischer Rechner mit allerdings recht hohem Preis (ca. €400,- bis 450,-) und unverschämt teurem Auslesegerät.

copyright Andreas Nowotny 2001

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